Alternatives Lernprogramm (Projekt 29511/AA/12)
Leben auf der StraßeArmut, körperlicher oder sexueller Missbrauch gehören zu den häufigsten Gründen, warum Kinder von zu Hause fortlaufen. Auf sich allein gestellt hoffen sie, ein besseres Leben zu finden. Doch das Leben auf der Straße birgt viele Gefahren: Schnell geraten die Mädchen in den Teufelskreis von Gewalt und Prostitution. Da sie meist keine Schule besuchen, haben sie wenig Chancen, je wieder in ein geregeltes Leben zurückzufinden.

Alternatives Lernprogramm für StraßenmädchenDer erste Schritt der Projektarbeit ist die Kontaktaufnahme zu den Straßenkindern durch erfahrene Sozialarbeiter, die nach und nach das Vertrauen der Mädchen gewinnen. Die Kinder sind Erwachsenen gegenüber sehr misstrauisch - die Projektmitarbeiter müssen den Kindern erst beweisen, dass sie sie nicht ausbeuten, nicht schlagen oder verhaften wollen. Erst dann versuchen sie vorsichtig, die Mädchen für das alternative Lernprogramm zu gewinnen: Im Unterricht lernen die Kinder Rechnen und Schreiben. Darüber hinaus werden sie über die Gefahren von HIV/Aids, Drogen und Alkohol aufgeklärt und erhalten regelmäßige Mahlzeiten und saubere Kleidung. Freizeitaktivitäten und Ausflüge ergänzen die Projektarbeit, durch die langfristig bis zu 2.000 Kinder, vor allem Mädchen, erreicht werden. Viele haben auf der Straße schreckliche Erfahrungen gemacht. Für sie ist eine psychologische Hilfestellung besonders wichtig: Regelmäßig nehmen die Mädchen an Beratungsgesprächen und Einzel- oder Gruppentherapien teil. In der Projekteinrichtung ist immer jemand für sie da, der ihnen zuhört.
Rückkehr in ein geregeltes LebenDie Projektmitarbeiter überzeugen die Kinder, ihr Leben auf der Straße aufzugeben und entweder übergangsweise in ein Rehabilitationszentrum zu ziehen oder zu ihren Familien zurückzukehren. Durch den Unterricht in der Projekteinrichtung sind die Mädchen gut vorbereitet, um eine normale Schule zu besuchen oder eine Berufsausbildung zu beginnen. Über 20 Mädchen werden jedes Jahr zu Gesundheitsberaterinnen ausgebildet. Nach ihrer Ausbildung unterstützen sie die Projektmitarbeiter, andere Straßenkinder über Gesundheits- vorsorge und HIV/Aids aufzuklären.